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Der Ursprung und die Herkunft des Zuckerrohrs

Die Heimat des Zuckerrohrs “Sacrum Officinarum” dürfte im südlichen Asien liegen, wahrscheinlich in Indien, denn schon im altindischen Sanskrit gibt es das Wort sarkara für den Zucker als Produkt der Zuckerrohrpflanze. Alle europäischen wie auch vorderasiatischen Bezeichnungen für Rohrzucker gehen darauf zurück. Dass man in diesem Gebiet die Gewinnung des Zuckers aus Zuckerrohr kannte, zeigen Überlieferungen, nach denen schon Alexander der Grosse (356 - 323 v.Chr.) auf seinen Feldzügen in Indien einen neuen “Honig” kennen lernte, den man ohne Bienen aus einer Art Schilfrohr gewann. So wurde die klebrige, gelbbraune Masse wahrscheinlich deshalb bis ins Mittelalter als “Sal indicum” indisches Salz bezeichnet. Von Indien ausgehend kam der Zuckerrohranbau über Arabien nach Europa.

Die Araber waren es auch, die sich im frühen Mittelalter um die Kultivierung und die Verarbeitung des Zuckerrohrs im Mittelmeerraum verdient gemacht haben. Es wurde im 10. Jh. in Sizilien, Süditalien, Zypern und im maurischen Teil Spaniens Zuckerrohr angebaut und nach arabischen Rezepten verarbeitet und gereinigt. Als dann im späteren Mittelalter Venedig und Barcelona die Zentren des Zuckerhandels wurden, bildete Melasse neben dem kristallisierten Zucker schon eine wichtige Handelsware und verdrängte allmählich den bisher üblichen Honig. Heinrich der Seefahrer (1394-1460) ließ im Jahre 1420 Zuckerrohr von Portugal nach Madeira bringen, und damit beginnt die Geschichte des Rums.

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